Profil des Arbeitsbereiches

Zwei Studenten und eine Tasse Kaffee

Das politikwissenschaftliche Teilgebiet „Politische Theorie und Ideengeschichte“ hat in der Lehre die Vermittlung der zentralen Fragen und Probleme des politischen Denkens zum Inhalt. Dies gelingt anhand der Lektüre von Texten wichtiger Autoren der politischen Ideengeschichte und der Reflektion über den methodisch angemessenen Zugang solcher Beiträge. Zugleich bildet auch der systematische und problemorientierte Zugang zur Politischen Theorie einen Schwerpunkt in der Lehre. Eines der Ziele, die die Lehrenden im Arbeitsbereich Politische Theorie und Ideengeschichte an der CAU Kiel vertreten, ist es, die Studierenden immer wieder neu für das Studium der Klassiker des politischen Denkens und für begriffliches Denken zu begeistern, denn ein solides theoretisches, vor allem begriffliches Verständnis bildet die Basis für eigene Urteilskraft, um von da aus systematische Probleme eigenständig erörtern zu können. 

 

Der Forschungsschwerpunkt des Arbeitsbereichs Politische Theorie und Ideengeschichte liegt in der Forschung über die soziokulturellen Voraussetzungen und die Legitimitätsgrundlagen des demokratischen Verfassungsstaats. Dies wird in unterschiedlichen Forschungsprojekten untersucht. Einige Forschungsprojekte beschäftigen sich mit den Verschiebungen im zeitgenössischen politischen Denken, einerseits bezogen auf die Konturen der ideologischen Landschaft in Deutschland generell (siehe DFG-Projekt) und andererseits konkret mit der kritischen Rekonstruktion und Analyse des gegenwärtigen konservativen politischen Denkens (Dissertationsvorhaben) oder der Frage nach der Eigenständigkeit einer ökologischen politischen Theorie. Im Rahmen einer Qualifikationsschrift (Dissertationsvorhaben) wurden auch die Ordnungsvorstellungen des ökonomischen Liberalismus untersucht. Ein weiteres Dissertationsvorhaben geht dem Konzept der Habermas’schen deliberativen Demokratie und seiner ideengeschichtlichen Grundlagen zwischen Kant und Hegel nach. Zudem widmet sich ein weiteres Dissertationsvorhaben den Rechtspflichten in Staatsbürgerschaftstheorien sowohl aus ideengeschichtlicher als auch verfassungsrechtlicher Perspektive. Ein abgeschlossenes Dissertationsprojekt hat das politische Denken der DDR untersucht, insbesondere wie das Verhältnis von Freiheit und Sozialismus bei Rudolf Bahro und Robert Havemann ausfällt. 

 

Aktuelle Forschungsvorhaben der Professurinhaberin beschäftigen sich mit der Frage, inwiefern es innerhalb von verfassunggebenden Prozessen und auch der Verfassungsrechtsprechung zu einer „Migration“ von Ideen, Artikeln und Rechtsprechung kommt und wie dies theoretisch zu konzeptionalisieren ist. Zudem wird das Verhältnis von Politik und Verfassung sowie Demokratie, Religion und Recht vertiefend untersucht, unter anderem im Rahmen eines Editionsprojekts einer englischsprachigen Übersetzung der Schriften von Ernst-Wolfgang Böckenförde (gemeinsam mit Mirjam Künkler/Princeton).

 

Tine Stein ist auch Mitglied des Projektkollegs "Erfahrung und Umgang mit Endlichkeit". Im Rahmen dieser interdisziplinären Forschungsanstrengung soll ein Begriff von Endlichkeit entwickelt werden, der seinen Ausgang bei der Erfahrung von Endlichkeit und den Umgangsweisen mit Endlichkeit nimmt und der historische, ideengeschichtliche, kultur- und sozialwissenschaftliche Forschung anleiten kann.