Professor Edward Keynes ist verstorben

14.04.2016

Das Institut für Sozialwissenschaften trauert um Professor Edward Keynes PhD, der vor wenigen Tagen verstorben ist. Edward Keynes war der Kieler Politikwissenschaft seit den 70er Jahren eng verbunden. Er hat 1967 an der University of Wisconsin promoviert und war von 1976 bis 2003 Professor für Politikwissenschaft an der Penn State University. Edward Keynes hat sich vor allem durch Schriften zur Rolle des amerikanischen Verfassungsgerichtes und zu weiteren Themen des amerikanischen Regierungssystems im Schnittbereich zwischen Regierungslehre und Verfassungsrecht international einen Namen gemacht (z.B. zum War Powers Act). Seit dem Sommer 1973 hat er – mit gelegentlichen Unterbrechungen – regelmäßig an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel als Gastprofessor gewirkt. Weitere Gastprofessuren führten ihn nach Melbourne, Hiroshima, Marburg und Köln. In den Jahren 1998 und 1999 hat er die durch den Tod von Professor Dr. Werner Kaltefleiter vakant gewordene Professur am Institut für Politische Wissenschaft in Kiel vertreten und wurde 1998 zum Honorarprofessor der CAU ernannt. Er hat ab 2003 den Mittelpunkt seines akademischen Wirkens an das Institut für Politikwissenschaft (ab 2006: Institut für Sozialwissenschaften) in Kiel verlegt und stark nachgefragte Seminare und Kurse zum amerikanischen Regierungssystem angeboten. Er hat dazu beigetragen, dass ganze Generationen von Studierenden ein differenziertes und vertieftes Bild des amerikanischen Verfassungsrechts und der Verfassungswirklichkeit erhielten.

Edward Keynes hat an der CAU Dutzende von Dissertationen, von Magister-, Bachelor- und Masterarbeiten betreut. Für seine Verdienste um die Politikwissenschaft an der Universität Kiel wurde ihm 2010 vom Präsidium der CAU die „Goldene Ehrennadel“ der Christian Albrechts Universität verliehen.

Die Politikwissenschaft in Kiel verliert mit Edward Keynes einen Kollegen, der immer zur Stelle war und der mit Rat und Tat geholfen hat, wenn es Krisen gab. Seine Kollegen schätzten ebenso wie die Studierenden seine faire und abgewogene Art, seine noblen Umgangsformen sowie sein zurückhaltendes Wesen und seinen feinsinnigen angelsächsischen Humor. Er hat sich nie in den Vordergrund gestellt, ihm war es wichtig, Studierende an die Themen und Probleme der Politikwissenschaft heranzuführen und sie damit für Leben und Beruf zu schulen. Wir verlieren einen allseits geschätzten Freund, der nicht zu ersetzen sein wird und dem wir in tiefer Dankbarkeit verbunden bleiben.