Arbeitsbereich Internationale Meerespolitik

Willkommen auf der Seite des Arbeitsbereiches Internationale Meerespolitik an der CAU Kiel.

Unser Profil

Seit einigen Jahrzehnten lassen sich weltweit deutlich zunehmende politische Herrschaftsansprüche über Meeresgebiete, sowie die Erschließung von marinen Ressourcen in immer weiteren Meeresregionen beobachten. Dies führt zu neuen vielschichtigen Herausforderungen und Konfliktpotenzialen und verdeutlicht damit die verstärkte Relevanz einer internationalen Governance der Meere, die im Zentrum unserer Forschung und Lehre steht.

Spätestens seit der ersten UN-Meereskonferenz im Juni 2017 ist die Dringlichkeit einer Auseinandersetzung damit, welche zentralen Elemente eine internationale Meerespolitik umfassen sollte, um nachhaltige Lösungsstrategien für aktuelle politische und gesellschaftliche Herausforderungen zu bieten auch auf globaler politischer Ebene angekommen. Dabei stellt sich zunächst die grundlegende Frage: Wie lässt sich internationale Meerespolitik überhaupt definieren?

In Anlehnung an den Begriff von Global Governance verstehen wir unter internationaler Meerespolitik eine stark ausgeprägte Mehrebenenpolitik mit einem Zusammenspiel von lokalen, nationalen und globalen Governancestrukturen sowie der Beteiligung einer Vielzahl staatlicher und nicht-staatlicher Akteure. Regelungsautoren sind damit lokale Akteure wie Kommunen, Territorialstaaten, regionale Zusammenschlüsse wie der Arktische Rat aber auch zwischenstaatliche Organisationen wie beispielsweise die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) oder die Internationale Seeschifffahrts-Organisation der Vereinten Nationen (IMO). Thematische Bestandteile von internationaler Meerespolitik sind sowohl Ressourcenausbeutung, ebenso wie Meeresüberwachung, Schifffahrt und nicht zuletzt Meeres- und Küstentourismus.

 

Zentrale Ziele des Arbeitsbereichs Internationale Meerespolitik sind in diesem Zusammenhang eine Verbindung theoretischer Grundlagenforschung mit der kritischen Analyse realpolitischer Entscheidungsprozesse sowie die Verbreitung von Forschungsergebnissen durch Lehre und Wissenstransfer in die Gesellschaft.

 

Konkrete Forschungsfragen, die uns dabei insbesondere interessieren, sind:  

  • Was sind zentrale Herausforderungen für eine effektive globale Architektur von internationaler Meerespolitik?
  • Kann die Beteiligung nicht-staatlicher Akteure an der Governance der Meere eine nachhaltige Meerespolitik fördern?
  • Bietet das neue politische Konzept einer integrierten Meerespolitik verbesserte Koordinationsmöglichkeiten innerhalb einer bisher stark fragmentierten Meerespolitik?