Michael Holldorf, M.A.

Mitarbeiter im Arbeitsbereich Politische Theorie

Abstract: Promotionsvorhaben

Rechtsstaat und radikale Demokratie – Kants und Hegels praktische Philosophien als Wurzeln des Habermas'schen Modells deliberativer Politik

In der Einleitung zu Faktizität und Geltung formuliert Jürgen Habermas das Programm seines demokratietheoretischen Hauptwerks, das darin bestehen soll, aus der Ahnung, „daß im Zeichen einer vollständig säkularisierten Politik der Rechtsstaat ohne radikale Demokratie nicht zu haben und nicht zu erhalten ist“, eine Einsicht zu machen.

 Die geplante Dissertation nimmt ihren Ausgangspunkt an einer Reihe kritischer Einwände gegen dieses Programm, deren einigendes Moment darin besteht, die von Habermas in Anspruch genommene Radikalität in Frage zu stellen. Diese kritischen Einwände werden aus einer ideengeschichtlichen Perspektive auf ihre Berechtigung untersucht. Zu diesem Zweck soll die Genese des Habermas‘schen Werks unter besonderer Berücksichtigung der Einflüsse Kantischer und Hegelscher Philosophie nachvollzogen werden. Diese Einflüsse gilt es zu identifizieren und zu gewichten, um im Anschluss an diese Analyse den vermeintlichen Radikalitätsverlust innerhalb der Theorieentwicklung beurteilen zu können. Im Vordergrund stehen hier die Fragen nach der Entwicklung des von Habermas verfolgten „Projekts der Moderne“, verbunden mit Überlegungen zu Kontinuität und Wandel der philosophischen Einflüsse.