Über das Projekt "Frieden und Normen"

Was ist Frieden? Spätestens seit Galtungs Unterscheidung zwischen „negativem Frieden“ als die Abwesenheit von physischer Gewalt und „positivem Frieden“ als die Beseitigung struktureller Gewalt in den Bereichen Kultur, Politik und Wirtschaft hat sich diese duale Konzeptualisierung in der Friedens- und Konfliktforschung etabliert. Dennoch dominiert eine negative Definition und der Fokus auf Konfliktbeseitigung die internationale Wissenschaftslandschaft. Dieses Projekt will durch eine alternative Konzeptualisierung des positiven Friedens als soziale Normen der Gewaltfreiheit zu einer Revitalisierung des Konzepts beitragen.

Forschungsfragen

1. Wie stellt sich eine positive Definition von Frieden als soziale Normen aus einer interdisziplinären Betrachtung dar?

2. Welche Faktoren tragen nach dem Stand der Forschung zur Stärkung bzw. Schwächung von sozialen Normen, im Allgemeinen, und Normen gewaltfreier Interaktion, im Besonderen, bei.

3. Wie können diese Faktoren qualitativ und quantitativ analysiert werden?

4. Was können wir aus der Feldforschung in Konflikt-, Post-Konflikt und friedlichen Ländern über diese und andere Faktoren lernen, die zur Stärkung bzw. Schwächung von sozialen Normen der Gewaltfreiheit beitragen?

Ziele

Ziele

Zielsetzung des Projektes ist es in vierfacher Hinsicht zu einer innovativen und produktiven Weiterentwicklung des positiven Friedensbegriffs beizutragen.

  1. Verbindung zweier innovativer Forschungsfelder: Friedensforschung und Forschung zur Normevolution.
  2. Beschränkung des positiven Friedens auf seine wesentlichen Grundelemente: die Abwesenheit von Gewalt und eine positive Beziehung zwischen sozialen Akteuren.
  3. Konsequente Unterscheidung zwischen Frieden als Zustand und friedensfördernden Faktoren.
  4. Anknüpfung an Normenforschung in anderen Disziplinen wie den Rechtswissenschaften, der Soziologie, den Medienwissenschaften, der Anthropologie, und der Kriminologie.