Menschenrechte und Verfassung: (A) Balancing Religious Accomodation and Human Rights in Constitutional Frameworks

Als Assoziiertes Mitglied (associate fellow) einer Forschungsgruppe, die derzeit am Zentrum für Interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld beheimatet ist (www.uni-bielefeld.de/ZIF/FG/2014Balancing/members.html), bin ich an der Durchführung mehrerer Workshops bzw. Konferenzen beteiligt, die sich der Frage eines transnationalen Austausches des Konzepts der Religionsfreiheit und seiner Beziehung zu anderen Menschenrechten im Rahmen konstitutionell verfasster Staatlichkeit widmet. Das Innovative dieser Forschungs-gruppe liegt unter anderem darin, dass der üblicherweise innerhalb der westlichen Staaten-gruppe vorgenommene Vergleich des jeweiligen Verhältnisses von Politik, Recht und Religion hier zugunsten einer umfassenderen Perspektive erweitert wird, insofern sie Länder des nordafrikanischen und arabischen ebenso wie des südostasiatischen und des lateinamerika-nischen Raums in den Vergleich einbezieht. Die Gruppe kann an Forschungen anknüpfen, die sie in der Vergangenheit zur Rolle von Religion in verfassunggebenden Prozessen durchgeführt hat; ich habe im Rahmen dieser Forschungskooperation den deutschen Part bearbeitet (ein Sammelband mit den Ergebnissen erscheint demnächst bei Cambridge University Press, hrsg. v. Asli Bali/ Hanna Lerner). Die nächste Etappe widmet sich unter anderem dem Phänomen von „constitutional migration“, das heißt ob und inwiefern in verfassunggebenden und verfassungsändernden Prozessen religionsrechtliche Konzepte von einem Staat in einen anderen „migrieren“ bzw. rezipiert werden. Unter dem Stichwort des „transjudicialism“ wird die Frage nach Zeugnissen von Verfassungstransfers auch für die Rechtsprechung gestellt. Hierzu werden Shylashri Shankar (Neu Delhi), Mirjam Künkler (Princeton) und ich im nächsten Jahr eine internationale Konferenz veranstalten, die von der VW-Stiftung finanziert wird (Herrnhäuser Symposien). Für diese Konferenz bereite ich einen Beitrag vor, der die Frage eines universellen Kerns von Religionsfreiheit angesichts der Pluralität der Religionen und Rechtstraditionen (insbesondere hinsichtlich unterschiedlicher Verständnisse von „rule of law“) diskutiert.