Forschungsprojekte

  • The Imaginary and Politics in Modern Democracy

    English

    In our time, modern democracy is experiencing crucial transformations. We are witnessing the rise of populism, the emergence of new online and offline political movements, and the formation of a new kind of political consciousness, which does not necessarily follow the logic of political institutions and is sometimes anti-political. How can we make sense of such different phenomena, and what is their impact on democracy? This project starts from the hypothesis that these phenomena are at the same time symptoms and causes of a deeper transformation of the political imaginary and that they concern different political cultures such as the German and the Brazilian. For this reason, this project will propose a specific theoretical and comparative approach to these questions. It mobilizes the notions of the imaginary and of collective subjectivity in order to understand these transformations of politics and society. The project has two goals: it intends to develop the notion of the imaginary as a framework of sociology and political science on the one hand, and to analyze socio-political transformations of modern democracy by comparing new socio-political trends in Germany and Brazil on the other. 

    Deutsch
    Die moderne Demokratie erlebt gerade grundsätzliche Transformationen. Wir beobachten das Hervortreten des Populismus, das Aufkommen von neuen politischen Bewegungen, sowohl online als auch offline, sowie die Herausbildung eines politischen Bewusstseins, das der Logik politischer Institutionen nicht unbedingt folgt und manchmal sogar anti-politisch ist. Wie kann man diese unterschiedlichen Phänomene verstehen? Und wie wirken sie sich auf die Demokratie aus? Ausgangspunkt des Projekts ist die Hypothese, dass solche Phänomene Symptome und Ursache tiefgehender Veränderungen des politischen Imaginären sind, und dass sie unterschiedliche politische Kulturen wie die brasilianische und die deutsche betreffen. Deswegen schlägt das Projekt eine spezifische theoretische und komparative Herangehensweise vor: Es verwendet das Konzept des Imaginären und das Konzept kollektiver Subjektivität, um die Transformationen von Politik und Gesellschaft zu verstehen. Das Projekt hat zwei Ziele: Zum einen geht es darum, den Begriff des Imaginären als analytisches Instrument der Soziologie und Politikwissenschaft zu entwickeln. Zum anderen untersucht das Projekt die sozio-politischen Transformationen der Demokratie, indem es aktuelle Tendenzen in Deutschland und Brasilien vergleicht.
     

  • Symbolik der Demokratie. Inszenierung, Repräsentation und die Konstitution des politischen Imaginären

(Dilthey-Fellowship, VolkswagenStiftung) (2009-Dez. 2016)

 

  • Transformationen und Dynamiken der demokratischen Symbolik

    Die Nachwuchsgruppe „Transformationen und Dynamiken der demokratischen Symbolik“ entstand im Rahmen des Projekts „Symbolik der Demokratie. Inszenierung, Repräsentation und die Konstitution des politischen Imaginären“. Im Zentrum stehen folgenden Fragen: Kann man von einer genuin demokratischen Symbolik sprechen? Wenn ja, was sind ihre Hauptmerkmale? Welche Symbolisierungsverfahren und Repräsentationsmodi sind in der Lage, die Veränderbarkeit der demokratischen Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen?

    Die Durchsetzung der Idee, dass das Volk der eigentliche Souverän ist, war eine Errungenschaft der revolutionären Prozesse im 18. Jahrhundert und entwickelte sich in der westlichen Kultur schnell zum vorherrschenden Prinzip. Die Formel „government of the people, by the people, for the people” aus der US-amerikanischen Revolution – später auch von Abraham Lincoln bis Barack Obama verwendet – oder das Bekenntnis der französischen Verfassung von 1793 „Die Souveränität ruht im Volk; sie ist einheitlich und unteilbar, unverjährbar und unveräußerlich“, das sich inzwischen in mehreren demokratischen Verfassungen findet, prägen die Demokratie bis heute. Die Erneuerung des politischen Imaginären durch die Volkssouveränität strukturiert auf eine völlig andere Art und Weise die politische Repräsentation der Politik, die politische Inszenierung, die Produktion und Verwendung von Bildern, Ritualen und Symbolen. Dabei stellt sich eine doppelte Frage: Welche Diskurse und Symbole tragen zur Konsolidierung revolutionärer Prozesse bei und begleiten diese, welche Transformationen und Dynamiken erfahren sie bis heute? Wann entsteht und unter welchen Umständen verändert sich die Symbolik der Demokratie grundlegend? Um diese Fragen zu beantworten, werden politische Ideengeschichte, politische Kulturforschung und politische Theorie miteinander kombiniert.

    Das Projekt Hannelore Demmers „Die Familie denken im Französischen Vormärz“ befasst sich dabei mit dem Verhältnis zwischen Familienbildern und der Entwicklung der modernen Demokratie Anfang des 19. Jahrhunderts, insbesondere mit dem Fall der Julirevolution von 1830. Im Zentrum steht die symbolische Bedeutung der Familie für die Legitimation der Demokratie. Familie erscheint als Metapher, Bild und Modell für die Darstellung der politischen Ordnung. Welche sind die  Familienbilder, die in den späten 1820er Jahren Eingang in die politischen Schriften, in die Literatur und die Bildkultur fanden und wie verändern sie sich?  Felix Steilens  Projekt “Die Repräsentation historischer Wirklichkeit in der modernen Gesellschaftstheorie“ widmet sich Simmel, Pareto, Durkheim und anderen Klassikern modernen gesellschaftstheoretischen Denkens  - untersucht wird dabei die Präsenz von Erzählstrukturen und die Relevanz geschichtstheoretischer Auffassungen mit Blick auf eine genuin demokratische Symbolik. Geht man davon aus, dass historische Wirklichkeit einen interpretatorischen Ausgangspunkt für Gesellschaftstheorie darstellt, dann lässt sich fragen, wie historische Wirklichkeit in Verbindung mit einer demokratischen Ausprägung von Gesellschaft politische und soziale Theorie  zugleich mitkonstituiert.  

    Sie setzt sich zusammen aus Hannelore Demmer und Felix Steilen.

(Nachwuchsgruppe, VolkswagenStiftung) (2012-2015)

 

  • Die politische Repräsentation

(Ciera) (2010-2013)

 

  • Populismus zwischen Faschismus und Demokratie

(DFG/Villa Vigoni/MSH) (2010-2012)

 

  • Body Presentations and Representations of the Political

(MSH, Paris) (2010-2011)

 

  • Populismus und Faschismus in politiktheoretischer und historischer Perspektive

    Projektleitung: Dr. Paula Diehl zusammen mit Prof. Dr. Herfried Münkler

    Kooperationspartner: Prof. Dr. Stefano Cavazza, Università di Bologna

(DFG-Projekt zur Initiierung und Intensivierung bilateraler Kooperationen) (2009-2010)